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Instanzen der Ohnmacht

30,90

Doron Rabinovici

 

2019, Paperback, 496 Seiten
Jüdischer Verlag
978-3-633-24216-0

 

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Wien 1938-1945 – Der Weg zum Judenrat

Spätestens seit Hannah Arendts Eichmann-Buch und ihrer Kritik an der Rolle der Judenräte in der Zeit der Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden wird die Frage der Zusammenarbeit von jüdischen Repräsentanten mit dem NS-Regime äußerst kontrovers diskutiert.

Wie konnten Menschen gezwungen werden, an ihrer eigenen Vernichtung mitzuwirken?

 

Wer verstehen will, wie die Judenräte entstanden, muss sich mit den Wiener Verhältnissen auseinandersetzen.

In Wien entwickelte und erprobte Eichmann ab 1938 sein »Modell« nationalsozialistischer Judenpolitik. Hier wurde die »Zentralstelle für jüdische Auswanderung« – wie sie euphemistisch genannt wurde – installiert, mit der die Nazis erst die Massenvertreibung, dann die Deportation in die Vernichtungslager organisierten.

Zugleich wurde ab 1938 die jüdische Administration in Wien systematisch umstrukturiert und in einer vom NS-Regime erzwungenen Kooperation schrittweise in die Vertreibung und schließlich Verschleppung der österreichischen Juden in die Vernichtungslager hineingezogen.

Die Wiener jüdische Gemeindeleitung wurde zum Prototyp aller späteren Judenräte.

 

Doron Rabinovici versucht in seiner Studie der Situation der Verfolgten gerecht zu werden.
Er lenkt immer wieder den Blick auf einzelne jüdische Funktionsträger und zeigt, wie das verzweifelte Bemühen, wenigstens so viele Menschen wie möglich zu schützen und zu retten, die Verfolgten zugleich ihren Verfolgern zuarbeiten ließ.

Die jüdischen Verwaltungsorgane waren unter den vorgegebenen Bedingungen des nationalsozialistischen Herrschaftssystems nichts als Instanzen der Ohnmacht.

 

Doron Rabinovici, 1961 in Tel Aviv geboren, in Wien aufgewachsen, ist Schriftsteller und Historiker.

Sein Werk umfasst Kurzgeschichten, Romane und wissenschaftliche Beiträge.

In Österreich hat er immer wieder prominent Position gegen Rassismus und Antisemitismus bezogen.

Für sein Werk wurde er zuletzt mit dem Anton-Wildgans-Preis und dem Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln ausgezeichnet.

 

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